Hervorgehoben

Descubrir las Americas

„Real generosity towards the future lies in giving all to the present.“

Albert Camus

On my next journey I will be exploring the Americas: First, I will visit friends in New England. From there I am planning to return to my „second family“ in Guatemala (https://www.gofundme.com/savebrendaguate) via Quebec and the Caribbean. And then I would love to continue on south to discover South America.

Planned Route

Update: due to the political situation and violent protests in Chile and Bolivia, I can not visit these countries and will stay in Peru instead.

Update 2 (Nov 24th): I am back home 🙂

Choquequirao, Peru

Blick auf die Ruinen von Choquequirao

Nach viel Sucherei, habe ich endlich eine Gruppe gefunden, um zu den Inka Ruinen in Choquequirao zu wandern. Leider werden die anderen beiden am Vorabend der Wanderung höhenkrank und ich muss alleine losziehen. Aber es sollte sich lohnen!
Choquequirao ist eine vor noch nicht allzu langer Zeit entdeckte Inka-Stadt, die deutlich größer als Machu Picchu ist. Sie diente als einer dee letzten Rückzugsorte für die Inka nach der Invasion durch die Spanier und verband Cusco mit dem Amazonasgebiet. Es wird angenommen, dass Choquequirao der wichtigste religiöse Ort des Inkareiches war. Allerdings müssen viele Teile der riesigen Stadt noch freigelegt werden. Da man die Ruine nur durch eine 50 km lange Wanderung mit vielen Höhenmetern erreichen kann, gibt es hier (im krassen Gegensatz zu Machu Picchu) kaum Touristen (Ich habe in der weitläufigen Ruine in 4 Stunden genau 2 andere Touristen getroffen). Der Weg hat es tatsächlich in sich. Von 2800 m geht es hinab auf 1500 und dann wieder hoch auf über 3000. Da es sich um eine Wendestrecke handelt, legt man die Höhenmeter gleich doppelt zurück. Dabei durchquert man verschiedene Vegetationszonen und hat einen super Blick über das Tal (bzw. den Canyon) des Rio Apurimac. Außerdem gibt es hier noch Pumas, Bären und Kondore.

Am ersten Tag ächzen, nach über 1300 Höhenmetern (hm) Abstieg, meine Knie. Und trotz Wanderstöcken kann ich den Weg kaum genießen, da ich mich sehr konzentrieren muss. Der Gegenanstieg mit 700 hm zum Camp hat es dann bei gleißender Sonne auch nochmal in sich, sodass ich für 3 km etwas über 2 Stunden unterwegs bin. Zur Belohnung gibt es dann im Camp Spaghetti mit Tomatensoße. Schnell noch im Hellen das Zelt aufgebaut und dann ab ins Bett, da es am nächsten Morgen um 4:45 Uhr wieder losgeht. Leider ist das gemietete Zelt nicht wasserdicht und der nächtliche Sturm durchnässt meinen ebenfalls geliehenen Schlafsack. Aber zum Glück ist es auf 2200 m nicht so kalt und am nächsten Tag kommt nach dem Frühnebel eine starke Sonne durch, die meine Sachen wieder trocknet.

Am zweiten Tag geht es weiter nach oben (weitere 800 hm). Nach 2 Stunden und 4 Kilometern erreiche ich das nächste Camp, wo ich meinen Rucksack abstellen kann, meine nassen Sache aufhänge und frühstücke (klassisch peruanisch: Reis mit Ei). Von hier geht es weiter zu den Ruinen. Endlich ist der Weg nicht mehr pur rauf oder runter, sondern wellig. Der Frühnebel taucht den Weg und die Vegetation in eine mystische Atmosphäre und dann tauchen auf der linken Seite Teile der Stadt auf- wunderschön. Am Ende des Weges wartet die leere Plaza mayor: weit und breit keine anderen Touristen in Sicht. Von der Plaza mayor geht es auf zwei Hügel- Ushnu (Zerominalzentrum) und Hanan (Plaza superior). Von beiden hat man einen super Blick und die Inka Architektur ist einfach immer wieder beeindruckend: erdbebensichere Mauern, Aquädukte und Bewässerungssysteme, Ventilation und so weiter. Dann geht es weiter zu den Lama-Terrassen. Hier wurden Nahrungsmittel angebaut und Tiere gehalten. Die Treppe, die die Terrassen verbindet ist super steil, aber zum Glück gibt es ja noch einen Weg an der Seite der Terrassen, der einem vor einem frühen Tod rettet. Auf dem Rückweg geht es an einem weiteren Teil der Stadt vorbei und von dort zurück zum Camp in Marampata. Hier treffe ich drei professionelle spanische Bergsteiger aus Andalusien und eine junge Frau aus Lima, mit denen ich mich auf Anhieb gut verstehe. Wir genießen zusammen den sonnigen Nachmittag mit Blick aufs Tal und essen zusammen Abend. Eine eiskalte Dusche soll unsere Beine fit für den nächsten Tag machen.

Weg im Frühnebel
Plaza mayor
Lama Terrassen

Da die anderen am nächsten Tag direkt bis zum Ausgangspunkt zurück gehen wollen und nicht, wie ich geplant hatte, eine weitere Nacht auf dem Weg verbringen wollen, entscheide ich mich dazu den Trail auf 3 Tage zu verkürzen und mit den anderen mitzugehen. Das heißt wieder um 4:30 Uhr aufstehen. Leider wache ich neben den Alarm meines Weckers zu dem Geräusch von Regen auf. Also noch mal eine halbe Stunde im Zelt warten, bis der Regen aufhört und dann schnell los. Kurz vor dem nächstgelegenen Camp holt uns der Regen dann aber doch noch ein. Wir legen eine eineinhalbstündige Pause ein ind warten, dass der Regen etwas weniger wird. Dann geht es weiter bergab bis zum Rio Apurimac und von dort weiter in den Gegenanstieg. Hier warten bis zum nächsten Camp, und damit bis zum Frühstück, 300 hm auf uns. Auf den letzten 2 Kilometern werden wir vollkommen vom Regen durchnässt und das Camp Chiquisca taucht wie eine Rettung in letzter Not vor uns auf. Hier ziehen wir uns einmal komplett um, trinken einen heißen Tee, frühstücken und ruhen uns aus. Als der Regen nach 3 1/2 Stunden endlich aufhört, sind wir wieder aufgewärmt und gut ausgeruht. Das ist auch gut so, denn vor allem die letzten Kilometer haben es noch mal so richtig in sich. Hier zieht sich das Feld richtig auseinander, aber ich kann meinen zweiten Platz durch beharrliches Weitergehen verteidigen ;-). Zur Belohnung für doch Strapazen sehen wir dann einen Kondor, der über uns seine Kreise dreht und Kolibris, die herumschwirren. Inzwischen hat der Regen sich verzogen und die Sonne heizt den Weg ordentlich auf.10 Kilometer, 1000 hm und 3 Stunden später erreichen wir dann unser Ziel: Capuliyoc. Hier bietet sich uns ein beeindruckender Blick auf die schneebedeckten Gipfel rund um den Padreyoc und Salkantay. Wir beziehen kleine Hütten mit Panoramafenstern und genießen den Rest des Nachmittags bei Tee und Bier. Nach getaner Arbeit sind wir alle ausgelassen und sehr zufrieden. Und der Blick ist wirklich einmalig. Am nächsten morgen geht es dann per Collectivo zurück nach Cusco.

Auch wenn ich (leider?) keine Pumas und Bären gesehen habe, war der Choquequirao Trek eine einmalige und ganz besondere Erfahrung. Die vielfältige Natur, die Anstrengung und das Gemeinschaftsgefühl mit meinen neu gewonnen Freunden haben diese Wanderung zu einem tollen Erlebnis gemacht. Als Belohnung sieht man dann noch diese unberührte Ruine und kann sie ganz alleine erkunden und genießen. Aktuell gibt es Pläne für eine Seilbahn, damit mehr Touristen kommen können. Daher bin ich umso froher, dass ich Choquequirao noch so exklusiv erleben durfte.

Vor meiner Wanderung nach Choquequirao war ich noch in Llachon am Titicacasee. Dazu im nächsten Beitrag mehr.

Puno, Peru

Puno- die Stadt der Straßenumzüge

Zurück in Puno, haben wir keine großen Erwartungen, da Puno nun wirklich nicht die schönste Stadt ist. Der Grund warum wit die letzten Tage hier verbringen ist, dass Mama vom Nachbarort Juliaca, der noch hässlicher ist, zurückfliegt. Wir werden allerdings positiv überrascht, denn die Leute hier ergreifen jede Möglichkeit Musik zu machen, zu tanzen und zu feiern und so erleben wir hier abwechslungsreiche und fröhliche Tage. Als erstes wird die Gründung der San Carlos Schule mit einem großen Umzug gefeiert. Jede Klasse ab der Vorschule geht hier mit. Die Kleinen sind wie zu Karneval verkleidet und tanzen (manche mehr, manche weniger), die Größeren haben Themen vorbereitet und stellen diese vor. Dabei werden viele Politiker parodiert und die Geschichte Perus nachgestellt. Wieder andere haben traditionelle Tänze aus der Region um Puno einstudiert. Dabei hat jede Klasse eine eigene Banda, die für sie spielt. Es ist ein buntes Treiben und dazwischen gehen ein paar alte Abschlussklassen (z.B. von 1972) und militärisch gekleidete Kinder. Da diese Schule, wie wir später sehen werden, riesig ist (fast wie eine eigene Stadt und die Klassen gehen von a-m), dauert der Umzug ewig. Zwischendurch können die Bandas sich das ein oder andere Bier und auch die Zuschauer (gefühlt die ganze Stadt) auf ihren mitgebrachten Hockern lassen es sich gut gehen.

Nach einer kleinen Pause, gehen Mama und ich zum Hafen, an dem man schön entlang schlendern kann und auch dort ist ein Umzug in vollem Gange mit diesmal Erwachsenen Tänzern in traditionellen Trachten und natürlich auch wieder mit Bandas.

Am nächsten Tag wird dann der äußerst wichtige 351. Jahrestag Punos gefeiert. Viele Geschäfte sind geschlossen und die Leute treffen sich wieder am Hafen, zu einem zivilen militärischen Marsch. Hier gehen die Leute im Gleichschritt und sowohl Zuschauer als auch Partizipierende haben einen ordentlichen Pegel. Dieses Gelage schauen wir uns nur kurz an: die Leute sitzen in kleine Kreisen, haben endlos viele Bierkästen neben sich und trinken in einem fort. An vielen Orten riecht es sehr verdächtig nach Urin- also alles so wie bei uns zu Karneval. Nur das die Leute hier zum Feiern Anzug tragen.

Außer den vielen Feiern, hat Puno noch eine belebte Innenstadt rund um die Plaza Mayor (wird gerade restauriert) und den Parque Pino zu bieten. Hier reihen sich die Restaurants aneinander und mindestens jedes zweite ist eine Pizzeria. Dazwischen findet man relativ rar gesäte und erstaunlich oft geschlossene Cafés. Wenn man der Straße weiter nach oben folgt (auch Puno ist sehr bergig!), gelangt man zum Arco Deustua, um den herum ein schöner und belebter Platz liegt.

Parque Pino
Klassisches Fortbewegungsmittel- Fahrradtaxi

Und dann sind die zwei Wochen auch schon rum und Mama fliegt wieder nach Deutschland. Es war sehr schön einen Reisepartner zu haben und noch dazu einen, der die gleichen Interessen hat und keine hohen Ansprüche an Hostels und Transportmittel stellt, sondern das Land wirklich kennen lernen will. Danke, für die schöne Zeit, Mama! Ich habe es sehr genossen mir dir unterwegs zu sein 🙂
Ich werde jetzt noch 2 weitere Wochen alleine weiterreisen, bevor es zurück nach Europa geht.

Von Cusco nach Puno und Isla Amantani, Peru

Isla Taquile, Titicacasee

Von Cusco ging es weiter nach Puno am Titicacasee. Wir entschieden uns für diese Strecke den Touristenbus WonderPeru zu nehmen, der an verschiedenen Sehenswürdigkeiten anhält. Pünktlich (das kommt in Peru nur selten vor) um sieben ging es los. Erster Halt war die San Pedro Apostol Jesuiten-Kirche in Andahuaylillas. Sie wird auch die sixtinische Kapelle Lateinamerikas genannt und nach Betreten der Kirche wird einem auch schnell klar warum: Die Wände sind durchgehend von Wandgemälden (allerdings mit einer anderen Technik als Fresken gemalt) und Bildern bedeckt. Die Decke ist in maurischem Stil gestaltet. Dieser Einfluss hat es also von Spanien bis in die Kolonien in Lateinamerika geschafft. In der Kirche darf man keine Fotos machen, aber auch der Vorplatz und der kleinen Garten lohnen einen Besuch und ein Foto.

Als nächstes ging es nach Raqchi. Zentrale Stütze des Inka-Reiches waren die gut ausgebauten Straßen. Entlang dieser Straßen entstanden alle 25-30 km Rastplätze (Tambos), die neben ihrer Funktion als Raststätte auch als administrative Zentren, Städte und Verteidigungsanlagen fungierten. Raqchi ist ein solcher Tambo. Nachrichten wurden entlang des ausgedehnten Straßennetzes per Stafettenläufern (Chasquis) überbracht. Die Stadt wurde von einer 7 km langen und 4 m hohen Stadtmauer umgeben. Innerhalb der Stadt befand sich einer der größte bekannten Inkatempel sowie 500 Speicherkammern. Die Bedeutung der Stadt als „Kornkammer“ des Inkareiches geht auf ihre Lage zwischen dem fruchtbaren Tal um Cusco und der kargen Hochebene hervor.

Ehemalige Tempelanlage
2. Inka-Ruine, 2. Halo
– wir müssen ganz viel Glück gehabt haben
Korridor in Richtung der Wintersonnenwende

Über den Raya-Pass (4335m) erreichen wir unseren letzten Halt des Tages: Pukara. Hier werden in einem kleinen Museum präinkaische Keramiken und Steinstatuen ausgestellt.

Raya Pass
Puma

Abends in Puno angekommen, ging es direkt am nächsten Morgen weiter auf die Insel Amantani. Da uns keiner sagen konnte, wann die Fähre abfährt, sind wir früh aufgestanden, um gegen halb sieben am Hafen zu sein. Dort konnten wir dann ein reines Fährticket auf einem Ausflugsboot um 8:20 Uhr erwerben. Also noch genug Zeit um frühstücken zu gehen. Allerdings ist Puno so früh am morgen wirklich keine schöne Stadt und die wenigen Cafés hatten alle noch zu. Nahe des Parque Pino dann die Erlösung- ein offenes Café. Schon beim Anblick des Schildes wurde Mama ganz beseelt- war doch ein echter Kaffee in Aussicht. Nach einiger Wartezeit bekamen wir dann auch unser Frühstück und auf dem Rückweg zum Hafen war Puno schon eine viel schöner!
Von Puno ging es dann über die sehr touristischen Uros Inseln (schwimmende Schilfinseln) nach Amantani. Den Stopp auf Uros verbrachten Mama und ich einfach ganz entspannt auf dem leeren Boot. Endlich mal etwas Ruhe!

Touri-Treiben auf Uros

Auf dem Weg nach Amantani zeigte der sonst so ruhige See dann sein anderes Gesicht und wir kamen ganz schön ins Schaukeln. Daher konnten wir auch nicht an dem geplanten Hafen anlegen, sondern mussten auf der anderen Seite de Inseln an Land gehen. Zum Glück erwartete uns unser Gastvater Segundino aber schon am Hafen und zusammen überquerten wir dann in etwa einer Stunde die 4×8 km große Insel. Segundino erklärte uns dabei das Inselleben, sowie die Flora und Fauna. Vorteil der langen Wanderung war, das auf dieser Seite der Inseln keine anderen Touristen zu sehen waren. Segundinos Haus mit Blick auf den See und in die Inselidylle haben uns sofort begeistert, auch wenn es kein fließendes (geschweige denn warmes) Wasser gab und der Strom aus der Solarzelle nur für das Licht reichte. Auf der Insel verkehren außer Eseln, Schafen, Alpacas und Kühen nur sehr wenige Motorräder zum Transport schwerer Lasten. Ansonsten ist es aber total still und friedlich.

Inselidylle
Blick vom Balkon

Am nächsten Tag (Allerheiligen) ging auf den höchsten Punkt der Insel: zum Pachamama (Mutter Erde) und Pachatata (Vater Erde) Tempel. Immer weiter hinauf in steilen Serpentinen. Und selbst hier oben gab es noch bebaubte Parzellen- die arme Familie die erst einmal eine Stunde zu ihrem Feld klettern muss! Aber der anstrengende Aufstieg lohnt sich. Nicht nur wegen der alten Tempel, sondern auch wegen der einmaligen Aussicht über den Titicacasee bis nach Bolivien. Auch hier herrscht eine angenehme Ruhe und es sind weit und breit keine Touristenscharen zu sehen.

200 hm geschafft, noch etwa 100 zu gehen
Blick von Pachamama auf Pachatata

Nachmittags werden wir dann von Segundinos Familie in typische Trachten eingekleidet und schießen Fotos mit Segundino und seiner Frau. Als Nebenbeschäftigung sticken, stricken und weben die Frauen (und Männer!) hier. Mama ist natürlich ganz begeistert, dass sie direkt beim Produzenten kaufen kann und dazu noch ein Foto bekommt.

Am nächsten Tag geht es über die Insel Taquile bei ruhigeren Gewässern zurück nach Puno. Das ist auch gut so, denn in der Nacht war unser Darm etwas unruhig geworden. Aber zum Glück gibt es ja Loperamid. Taquile ist etwas kleiner, aber dafür deutlich touristischer als Amantani. Da wir mit einer französischen Gruppe mitfahren, bekommen wir den Guide kostenlos dazu. Nach 45 min Aufstieg erreichen wir die Plaza Mayor, die nicht besonders schön ist, aber einen guten Ausblick bietet. Die Insel ist berühmt für ihre strickenden Männer, die Mützen herstellen. Die verschiedenen Farben dee Mützen sagen dabei etwas über den Familienstand und Beziehungsstatus des Mannes aus. Analog dazu haben die Tücher der Frauen unterschiedlich viele Bömmel. Über 500 Treppenstufen geht es dann wieder hinunter zum See und wir kehren nach 3 Stunden Bootsfahrt nach Puno zurück.

Cusco, Peru

Jetzt auch mit Fotos 🙂

Cusco liegt auf 3400 m und damit noch einmal 1000 m höher als Arequipa. Zum Glück hatten weder Mama noch ich Probleme mit der Höhe, so dass wir sofort durchstarten konnten. Die Altstadt rund um die Plaza San Blas ist durch bergige, kleine Gassen geprägt, die wunderschön, aber auch anstrengend zu erklimmen sind. In diesen Gassen findet man jede Menge Cafés, Geschäfte, Straßenhändler und Frauen mit Alpacas von denen man gegen ein paar Soles Fotos machen kann. Es lohnt sich nicht nur wegen des schönen Ambientes die Altstadt zu besteigen, sondern auch weil man von hier oben eine super Aussicht über die Stadt und das Tal hat.

Liebe auf den ersten Blick

Das Zentrum der Stadt bildet aber, wie überall in Peru, die flache Plaza de Armas. Hier werden wir Zeugen des sonntäglichen Flaggenmarsches. Generell sind die Peruaner sehr patriotisch und stolz auf ihre Flagge und ihr Land. An der Plaza ist neben der peruanischen auch die Flagge von Cusco gehisst, die ich erst für eine Pride-Flagge gehalten habe (so kann man sich täuschen). Flankiert wird der Platz von der Kathedrale und der Kirche Iglesia de la Compañia de Jesus.

Von der Plaza gelangt man an mehreren kleinen Parks vorbei zu der Kirche San Pedro und dem Markt. Hier gibt es alles was das Herz begehrt: Essen, Trinken, Kunsthandwerk und vieles mehr. Es tummeln sich Einheimische und Touristen gleichermaßen und es herrscht ein äußerst reges Treiben.

Von Cusco kann man ein Collectivo (VW-Bus ohne Fahrplan, Haltestellen oder Höchstzahl an Passagieren) in das Heilige Tal nehmen. Diese Art zu reisen schont den Geldbeutel (50ct-1€ für 1 1/2 h Fahrt), ist unabhängiger als vorgeplante Touren zu buchen und bringt einen dem peruanischen Alltag näher. Wir fahren mit dem Collectico erst einmal nach Pisac, einem kleinen Ort im Heiligen Tal. Von hier geht es per Sammeltaxi hinauf zu der gleichnamigen (Prä-)Inka Ruine. Nach zahlreichen Serpentinen kommen wir oben an und sind froh, nicht den Wanderweg genommen zu haben. Zumal wir in der Ruine noch einmal ordentlich Höhenmeter sammeln werden. Wir entscheiden uns einen persönlichen Guide zu nehmen: Filippo kommt hier aus den Bergen, spricht Quechua und Spanisch und ist ein super Guide! Er erklärt uns nicht nur alles über die Ruinen und die Lebensweise der andinen Bevölkerung, sondern zeigt uns auch alle möglichen Pflanzen (z.B. Muña- so ähnlich wie Minze, wilde Kartoffeln, verschiedene Grassorten etc.) und Steine. Die Geschichte und Lebensweise der andinen Stämme (Jahrhunderte vor Christus-1438) und der darauffolgenden Inka (1438-1533) ist super interessant, würde aber diesen Blog hier sprengen. Fragt mich also gerne persönlich danach :). Nur eines sei hier schon mal gesagt: Die Inka haben auf ihren Eroberungszügen die vorbestehenden Strukturen nicht zerstört, sondern weiter genutzt, ausgebessert und erweitert. Deshalb sind fast alle Inka-Ruinen auch Ruinen aus der Präinka-Zeit.

Partner-Meditation
Vor dem Sonnentempel

Von der historischen Stadt wandern wir hinunter in die heutige Ortschaft und haben dabei einen hervorragenden Blick auf das Heilige Tal. Nach einer kleinen Stärkung am Marktplatz, geht es per Collectivo weiter durch das Heilige Tal nach Urubamba und von dort nach Chinchero. Hier zeigt sich, dass immer noch eine Person mehr in so ein Collectivo passt. Außerdem genießen wir den Blick auf das Tal und die umgebenden Berge. In Chinchero steigen wir am Marktplatz aus und treffen eine Gruppe von Männern ind Frauen, die einen typischen Tanz einüben. Von hier geht es zu einer kolonialen Kirche, die auf einer Inkastätte gebaut wurde und dann abermals per Collectivo zurück nach Cusco. Hier steigen wir zu Anbruch der Dunkelheit in einem lebhaften Viertel, das fest in peruanischer Hand ist, aus. Touristen siehe man hier keine, aber dafür reiht sich ein Comedor (sowas wie eine lateinamerikanische Garküche) an den nächsten. Ein guter Abschluss für diesen spannenden Tag.

Peru – Lima und Arequipa

Zu Beginn unserer Südamerika-Reise, besuchen wir Elba, die Freundin einer Freundin, in Lima. Elba empfängt uns ausgesprochen gastfreundlich und führt uns einen Tag herum. Lima ist mit über 8 Millionen Einwohnern eine große, volle, laute und im Allgemeinen nicht besonders schöne Stadt. Anders sieht es aber im historischen Zentrum aus. Hier kann man, vor allem rund um die Plaza de las Armas, die koloniale Architektur bewundern und zur Flußpromenade schlendern. Lima war lange Zeit das politische, wirtschaftliche und religiöse Zentrum der spanischen Kolonien in Südamerika. Einen guten Überblick über die Geschichte Perus bringt das kostenlose Museum der Zentralbank. Hier sind präkoloniale und koloniale Alltagsgegenstände, wie Münzen, Stoffe und Keramiken sowie Kunst ausgestellt.
Auch ein Besuch des großen San Fransisco Convento lohnt sich. In dem Franziskaner Kloster wird einem in einer ca 1-stündigen Tour die Zeit rund um die Kolonisation Südamerikas durch die Spanier näher gebracht: wie Lima zum Zentrum dieser Bestrebungen wurde, wie typische indigene Symbole in christliche Traditionen aufgenommen worden (z.B. die Inka-Sonne), wie die Bilder in den Kirchen zur christlichen Erziehung genutzt wurden (dabei waren sie direkter und weniger subtil, als wir sie kennen). Außerdem kann man die Krypten unterhalb der Kirche mit hunderten Skeletten besichtigen.

Abends lohnt sich ein Besuch des Parque Magico del Agua. In diesem schönen Park gibt es eine Vielzahl verschiedener Springbrunnen. Nach Einbruch der Dunkelheit finden hier Wassershows über die peruanische Kultur mit Projektionen, Springbrunnenanimationen und dazu synchroner Musik statt.

Wenn man ein bisschen aus der hektischen Großstadt herauskommen möchte, kann man die Metropolitana, einen Schnellbus mit eigener Spur nach Barranco nehmen. Dieses kleine Viertel Limas liegt am Strand. Der Strand an für sich ist nicht besonders schön, aber die Sträßchen, die man nach einigen Treppenstufen erreicht sind dafür umso schöner. Hier sieht man an fast jeder Wand ein Kunstwerk, es herrscht eine heilsame Ruhe und es gibt viele kleine Cafés.

Strand mit Skyline von Lima

Von Lima geht es in 18 Stunden per komfortablen Nachtbus auf 2335 m hinauf nach Arequipa. Arequipa erinnert mich in vielerlei Hinsicht an Antigua: die koloniale Plaza de las Armas mit den vielen Bögen und der Kathedrale, die Gassen mit kleinen Häusern und zahlreichen Cafés, die Vielzahl der Kirchen und das Panorama mit den umgebenden Vulkanen. Was für ein schöner Anblick nach Lima! Allerdings ist Arequipa deutlich größer als Antigua und hat auch seine modernen, nicht so schönen Ecken. Außerdem ist in Arequipa die klassische Wandfarbe weiß (durch das verwendete vulkanische Silla-Gestein), wohingegen die Häuser in Antigua bunt angestrichen sind. Für mich bleibt Antigua also die schönste Stadt Lateinamerikas, aber ich gebe zu, dass ich da auch etwas voreingenommen sein mag.

Plaza de las Armas
Arequipa mit dem Vulkan Misti

Eine Stadt innerhalb der Stadt bildet das Convento Santa Catalina- ein dominikanisches Klausurkloster für Frauen. Umgeben von hohen Mauern, findet man hier Straßen, Häuser mit den Apartments der Nonnen (wirklich Apartments und nicht nur kleine Zellen) und Gärten. Die Größe der Häuser hängt vom Stand der Nonne und dem finanziellen Hintergrund ihrer Familie ab. Die ehemals weißen Wände sind inzwischen farbkräftig gestrichen und auf den Straßen findet sich eine Vielzahl von blühenden Pflanzen.

Eine andere Klosteranlage, die einen Besuch lohnt, ist Recoleta, ein Franziskaner Kloster. Hier kann man neben dem kolonialen Kloster an für sich und den schönen Kreuzgängen auch noch verschiedene Ausstellungen besuchen, die zeigen, dass die ersten Mönche in Südamerika in gewisser Weise auch Forscher und Erkunder waren. So zeichneten sie die erste Karten von Peru mit Wegen und Flüßen, erforschten die Flora und Fauna des Amazonas und studierten die Bräuche der indigenen Bevölkerung. Außerdem gibt es eine riesige Bibliothek mit gut erhaltenen Büchern- z.B. dem Don Quijote aus dem 17. Jahrhundert. Vom Glockenturm des Klosters bietet sich dann noch ein super Blick über Arequipa.

Nur rund 10 km von Arequipa liegt der kleine Ort Sachaca, den man mit einem öffentlichen Bus (eher ein VW-Bus) für ein paar Cent besuchen kann. Man muss dann allerdings ein bisschen Geduld und Gelassenheit mitbringen, denn einen festen Fahrplan oder Haltestellen gibt es nicht. Aber sobald man sich als unwissend geoutet hat, helfen einem sämtliche Mitfahrer gerne weiter uns sagen einem, wo man aussteigen soll. Sobald man in den Bus steigt, lässt man die Touristenmassen hinter sich und kann das „wahre“ Peru kennen lernen. Man sieht die Landwirtschaft um Arequipa, Straßenmärkte und viele kleine Häuschen. Vom Mirador, einem Aussichtsturm oben auf dem zentralen Hügel, hat man einen super Überblick über Arequipa, das Tal und die Vulkane.

Von Arequipa ging es noch weiter hinauf nach Cusco. Dazu im nächsten Beitrag mehr.